EHC Dübendorf lanciert Sammelaktion

Dem EHC Dübendorf fehlen rund 325000 Franken für eine ausgeglichene Bilanz. Grund dafür sind gestiegene Kosten im Nachwuchsbereich, welche in Folge struktureller Mängel lange Zeit nicht bemerkt wurden. Der Club, in Grösse eines kleineren KMU, traf im Frühling den Entscheid die Buchhaltung extern auszulagern, da sie die ehrenamtlichen Möglichkeiten überstieg. Der EHCD lanciert nun eine Sammelaktion um die Last abzutragen. Erste Zusagen liegen bereits vor. Künftige Einnahmen sollen im Nachwuchs investiert werden können. Die Existenz des Vereins ist grundsätzlich gesichert.

In Zahlungsschwierigkeiten steckt der Verein nur gegenüber einem Kreditor, der SFD AG, die Eisbahn in Dübendorf. Ein Teil der 325000 Franken besteht aus einem Darlehen der SFD AG, welches der EHCD seit 2013 jährlich um 25000 Franken reduziert. Aktuell sind davon noch rund 115000 Franken offen. Die neu hinzugekommenen 210000 Franken sind offene Eismieten aus vergangenen Saisons, welche sich seit 2013 kontinuierlich aufsummiert haben. Die Existenz des Vereins ist grundsätzlich gesichert, doch will er nicht wie bereits seit 2013 in langfristig rückzahlbaren Darlehen sein Heil suchen. Denn jeder künftige Gewinn müsste über Jahre hinweg für die Vergangenheit investiert werden und fehlt dem Nachwuchs.

Deshalb lanciert der EHCD eine im Verein und im Umfeld breit angelegte Sammelaktion mit klaren strategischen Teilzielen. Die einzelnen Schritte werden nach und nach zielgruppengerecht kommuniziert. Der Verein will bis Ende März 2019 den grösst möglichen Teil der Summe generiert oder verbindlich aufgegleist haben. Ein herausforderndes Ziel. Doch erste Zusagen für Spenden liegen bereits vor. Die Umsetzung aller Massnahmen wird sich bis in die Saison 2020 ziehen.

Erfolg im Nachwuchs als Kostentreiber
Grund für die massiv gestiegenen Eiskosten ist der Erfolg des EHCD in der Nachwuchsarbeit. Er ist in der Basisausbildung einer der sechs führenden Nachwuchsvereine der Schweiz und liefert kontinuierlich Top-Talente in den Spitzensport. In den vergangenen sechs Jahren stieg die Anzahl um über 50 Nachwuchsspieler auf heute rund 230 Cracks. Dies führte zu mehr Mannschaften, mehr Trainings, zu mehr Spielen und somit zu mehr Eiszeit. Die Kostensteigerung alleine bei den Eiskosten beträgt in dieser Zeit rund 100000 Franken pro Jahr. Hinzu kamen vermehrt Carfahrten, teilweise bedingt durch nationale Spiele auf dem Top-Level. Einen Aufnahmestop für Kinder zu verhängen ist keine Option. 

Organisatorische Massnahmen
Der Vorstand war seit längerer Zeit bestrebt, mehr Transparenz in die Buchhaltung als wichtigstes Führungsinstrument zu bringen. Dennoch fehlte es an elementaren Fakten. Die Dimension und Komplexität hatte vor allem zeitlich ein Ausmass angenommen, die es nicht mehr zuliess, die zentrale Aufgabe weiterhin im Ehrenamt auszuführen. Deshalb lagerte der EHCD die Buchführung im Frühling extern an ein ausgewiesenes Treuhandbüro aus. Nach einem enormen Effort ist nun alles nachgebucht und für das laufende sowie vergangene Jahr die Transparenz hergestellt.

Der Verein wies anlässlich der vergangenen Generalversammlungen teilweise schöne Gewinne aus. Wie sich nun herausstellte, wurden notwendige Abgrenzungen bei den Eiskosten nicht bemerkt oder vergessen. So verschob sich das Delta trotz Zahlungen, bis letztlich mehr als eine Jahresmiete offen stand. Die Kosten und Zahlungen in der Rechnung entsprachen zwar ungefähr dem Budget, doch sie zeigten auf Vereinsseite verheerender Weise die Kostensteigerung nicht.

Die SFD AG wies den Verein im Verlaufe der vergangenen Saison auf den grossen offenen Posten bei der Eismiete hin. Vertiefte Analysen auf Vereinsseite führten zu Tage, dass eine zu wenig straff geführte Eisplanung im Nachwuchsbereich sukzessiv zu den massiven Kostensteigerungen führte. Der EHCD hat deshalb im Frühling als zweite Massnahme umgehend ein EDV-basiertes Eisplanungsprogramm angeschafft und verfügt jetzt über tagesaktuelle Daten pro Team. Die Eismieten werden neu monatlich kontrolliert, verrechnet und bezahlt. Vorjahre wurden bereits teilweise nacherfasst um Kostenwahrheit pro Stufe zu erreichen. Zudem wurden die Zuständigkeiten und Kompetenzen straff geregelt.

Stabile 1. Mannschaft
Die gesamte Situation hängt nicht mit der Teilnahme an der MySports League zusammen. Rund um die 1. Mannschaft waren alle Faktoren detailliert bekannt und die Finanzierung ist und war gesichert. Lediglich die im Voraus erwarteten und budgetierten Ausgaben für die vermehrten Carfahrten und höheren Schiedsrichterkosten mussten refinanziert werden. Der Gesamtaufwand für das Fanionteam wird seit Jahren auf sehr konstantem, nicht grösser gewordenem Niveau gehalten.

 

EHC Dübendorf
Der Vorstand